Material / Equipment zum Windsurfen – Tipps für die Grundausrüstung.

Wenn Ihr Euch eine Windsurfing Ausrüstung zulegen wollt und Anfänger bzw. Einsteiger in den Windsurfsport seid, geben wir Euch in diesem Artikel einige Tipps zum Equipment. Hier könnt Ihr erfahren, was Ihr zum Einstieg benötigt und welche Besonderheiten zu beachten sind.

Windsurfen oder auch Windsurfing ist heutzutage mit den neuen Technologien im Materialbereich sehr einfach zu erlernen. Das moderne Equipment, welches man als Anfänger kaufen sollte ist so konzipiert, dass man sehr schnell ins Gleiten kommt und Anfängerfehler leicht kompensiert werden. Die Boards sind hinsichtlich Volumenverteilung und dem „Shape“ (der Schnitt des Boards) so ausgelegt, dass sie sicher im Wasser liegen, bei falschen Belastungen nicht sofort kippen und auch bei der Kurvenfahrt dem Surfer ein sicheres bzw. stabiles Gefühl geben.

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Besonders bei Anfängerboards mit viel Volumen (ab 130l Volumen) stellt sich der Spass am Windsurfing schnell ein, weil diese Boards sehr easy zu fahren sind. Beim Windsurfen ist es ähnlich wie beim Fahrrad fahren so, dass der Körper zunächst durch Training ein Gleichgewichtsgefühl erlernen muss. Ist dieses Gleichgewichtsgefühl vorhanden, verlernt man es fast nie mehr. Auch nach einer langen Winterpause fällt es leicht, an das Erlernte anzuknüpfen und weitere Fortschritte zu machen. Besonders bei Surfspots, die sehr anfängerfreundlich sind (idealerweise ein Stehrevier mit moderatem Wind und ohne/kleine Brandung) ist es dem Einsteiger mit dem heutigen Material möglich, am ersten Tag schon viel Spass auf dem Board zu haben.

Was aber ist eigentlich für eine Grundausrüstung im Windsurfen an Equipment nötig? Hier einige Tipps zur Grundausrüstung:

  • Der Neoprenanzug („Neo“)
    • „Semi-Trockenanzüge“ gibt es in unterschiedlichen Stärken (z.B. 3-5mm). Sie lassen Wasser in den Anzug, dass sich anschließend erwärmt und den Körper ausreichend warm hält. Semi-Anzüge sind die am meisten verwendete Art von Surfanzügen, die Bewegungsfreiheit und das Tragegefühl sind angenehm. Es gibt Langanzüge, aber auch Anzüge mit langen Beinen und kurzen Armen.
    • Shorties: Neos mit kurzen Armen und Beinen für den Einsatz an sehr warmen Tagen oder in tropischen Gebieten. Die Bewegungsfreiheit ist sehr angenehm, in Deutschland (Ostsee/Nordsee) kann man allerdings recht selten Shorties tragen. An Binnenseen sind Shorties im Hochsommer gut geeignet.
    • Trockenanzüge: Für den Einsatz in kälteren Jahreszeiten, sehr komfortabel wenn es kalt ist, da kein Wasser eindringt. Der Surfer kann unter den Trockenanzug normale Klamotten, wie z.B. eine Jogginghose und Pullover tragen. Im Sommer können Trockenanzüge sehr warm werden. An kalten Tagen sorgt ein Trockenanzug jedoch für konfortables Fahren, da die Kälte des Wasser vom Körper ferngehalten wird. Empfehlenswert ist auch „Funktionsunterwäsche“. Diese atmungsaktive Unterwäsche sorgt für weniger Schweißbildung und erhöht den Tragekomfort.
  • Weitere Neoprenausstattung:
    • Füsslinge
    • Handschuhe
    • Neoprenhaube (hält bei kalten Bedingungen Kopf und Hals warm)
    • Lycra-Shirts (zum Überziehen, schützen vor Wind)
    • Neopren-Unterzieher (zum Unterziehen, erhöhen Wärmewirkung)
  • Trapez
    • Jeder Surfer benötigt ein Trapez, um die Vortriebskräfte, die durch das Segel erzeugt werden optimal ausnutzen zu können. Allein durch die Armkraft kann ein Surfer das Segel auf Dauer nicht halten. Es gibt Sitz- und Hüfttrapeze. Sitztrapeze sind etwas kraftschonender und bequemer, Hüfttrapeze sorgen für mehr Bewegungsfreiheit und sind eher geeignet, wenn man ein agiler Windsurfer ist oder mehr in der Welle fährt.
    • Trapeztampen: Um das Trapez mit der Gabel verbinden zu können, gibt es Trapeztampen. Diese werden an der Gabel befestigt. Es gibt unterschiedliche Längen. Anfänger sollten zunächst etwas längere Tampen benutzen, umso besser und agiler das Windsurfing wird, umso kürzer werden i.d.R. auch die Tampen. Es gibt auch verstellbare Tampen. Empfehlenswert ist es, ein Paar Ersatztampen zu haben, falls ein Tampen reisst.
  • Board
    • Das richtige Board auszuwählen erfordert etwas Recherche. Ein Windsurfer hat i.d.R. mindestens 2 Boards, um einen breiten Windrange abzudecken. Am Anfang reicht ein Board aus, sollte man aber die Windsurffähigkeiten ausbauen, wird meist ein zweites Board notwendig, um auch bei stärkerem Wind surfen zu können.
      • Erste Überlegungen sollten beispielsweise sein:
        • wieviel wiege ich, wieviel Volumen muss das Board haben?
        • welchen Einsatzbereich beabsichtige ich für das Board (entspannt cruisen oder mittelfristig auch anspruchsvollerer Einsatz z.B. in der Welle)
        • an welchen Spots will ich das Board einsetzen (See, Binnengewässer, Meer (Wave)
        • welche Windbedingungen habe ich meinem Home-Spot überwiegend (stärkerer Wind, wenig Wind, Welle/Brandung)
    • Volumen:
      • Das Volumen des Boards ist abhängig von 1. dem Gewicht des Surfers und 2. dem Einsatzbereich (Binnensee, Meer, Welle)
        • schwerere Surfer brauchen mehr Volumen, leichtere Surfer weniger, um ins Gleiten zu kommen
        • bei viel Wind ist weniger Volumen besser, das Board liegt ruhiger im Wasser, man ist nicht so schnell überpowert
        • bei wenig Wind ist mehr Volumen besser, man kommt schneller ins Gleiten, der Windrange ist größer, man kann öfter windsurfen gehen
      • Einsteiger sollten zunächst ein Board mit mehr Volumen wählen, welches ein gutmütiges und gleichmässiges Fahrverhalten hat. Boards mit mehr als 130l Volumen sind hier geeignet (z.B. Freeride Boards fahren sich sehr einfach und sind zum Einstieg gut geeignet). Ist man ein leichter Surfer (z.B. 70kg), reicht auch weniger Volumen (z.B. 110-120l)
      • Ist man Einsteiger und will hauptsächlich auf dem Meer windsurfen, empfiehlt sich mittelfristig ein Freeride bzw. Freeride-Waveboard mit ca. 100-110l Volumen (für einen 80kg schweren Surfer). Hat der Surfer dann die entsprechenden Fähigkeiten, benötigt er meist zusätzlich ein Waveboard mit weniger Volumen (75-90l), je nach Gewicht des Surfers), um auch bei mehr Wind und entsprechenden Wellen Spass zu haben.
      • Ist Windsurfing hauptsächlich auf Binnengewässern wie Seen vorgesehen, sind meist Boards mit höherem Volumen (zwischen 130-150l) empfehlenswert, weil auf Seen oftmals der Wind und die Welle nicht so stark ausgeprägt ist (abgesehen von Ausnahmen wie Gardasse u.ä.)
    • Boardlänge und Breite
      • Hinsichtlich der Boardlänge und Breite orientieren sich diese Dimensionen meist am Einsatzbereich (Freestyle, Freeride, Wave, Race usw.) und werden vom Hersteller entsprechend gewählt. Für Einsteiger gibt es richtige Einsteigerboards, die meist sehr lang und breit sind und in Surfschulen verwendet werden. Nach einem Surfkurs ist unsere Empfehlung, gleich in Richtung Freerideboard zu gehen. Die Bezeichnungen sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, aber die Orientierung an Bezeichungen wie Funride, Allride, Freeride und All-Wind deuten auf Boards hin, die für Einsteiger gut geeignet sind und einen breiten Einsatzbereich haben.

Hier findet Ihr Hersteller von Surfboards: JP WindsurfingStarboardF2 WindsurfingFanatic

  • Segel
    • In der Surfschule wird meist mit einem sehr kleinen Segel geübt. Der Vorteil hierbei ist das geringe Gewicht und das einfache Handling, besonders beim Shootstart.
    • Das erste Segel sollte aber nicht im Bereich zwischen 3-4m² liegen. Für einen Erwachsenen Surfer mit 75-85kg ist ein Segel empfehlenswert zwischen 5-6m². Hier ist der Einsatzbereich groß genug und das Segel ist auch noch lange verwendbar, wenn der Surfer sich weiterentwickelt hinsichtlich seiner Skills.
    • Beim Segel sollte man auch auf einfache Handhabung achten, es empfehlen sich Freeride-Segel, die sich durch einfaches Handling auszeichnen. Die Segelhersteller liefern viele Informationen darüber, für welche Einsatzbereiche Ihre Segel geeignet sind. Hier findet Ihr Hersteller von Windsurfsegeln: SimmerNorthNEILPRYDE
    • Ist der Einsteiger zum sicheren Windsurfer vorangeschritten, sind meist mehrere Segel notwendig, um unterschiedliche Reviere und Bedingungen meistern zu können. In der Regel hat ein fortgeschrittener Windsurfer zwischen 3-5 Segel, vom Schwachwindsegel mit Größen über 6m² bis hin zum Wavesegel unter 4m².
    • Es gibt Segel mit Variotop und fixem Top. Dies bedeutet, dass ein Segel mit Variotop mit unterschiedliche Mastlängen kombinierbar ist, da man die Masttasche in der Länge verstellen kann.
  • Mast
    • Die Wahl des Mastes orientiert sich an der Wahl des Segels. Heute gibt es SDM und RDM Masten. SDM bedeutet Masten mit dem etwas dickeren Standard-Durchmesser, RDM-Masten haben reduzierte Durchmesser und sind hierdurch leichter, besser zu handeln und vorteilhafter für anspruchsvolle Manöver.
    • Beim Kauf des Mastest sollte man beachten, welche Segel man hat und welche man in Zukunft eventuell haben möchte. Es kann Kosten sparen, wenn man einen Mast für mehrere Segel verwenden kann.
    • Hinsichtlich des Härtegrades des Mastes geben die Segelhersteller Hinweise, die man beachten sollte, weil so ein optimaler Trimm des Segels erreich wird.
  • Gabel
    • Auch die Größe der Gabel orientiert sich am Segeltyp und der Segeldimension.
    • Es gibt bei Gabeln sehr unterschiedliche Qualitäten und Technologien. Eine günstige Alugabel für unter 100€ ist (relativ) schwer und für radikale Waveaction eher unvorteilhaft. Für Einsteiger ist sie jedoch ausreichend und tut Ihre Dienste. Es gibt aber auch Gabeln für weit über 500€, die aus extrem stabilen High-Tech-Materialien gefertigt sind und besonders in Punkto Gewicht, Stabilität, Handling und Langlebigkeit Spitzenwerte erreichen.
  • Mastverlängerung
    • Die Mastverlängerung dient dazu, den Mast in die optimale Länge zu bringen, damit er in das Segel passt. Die Mastverlängerung hat meist einen integrierten Mastfuss, der den Mast mit dem Board verbindet.
  • Mastfuß
    • Der Mastfuß verbindet das Board mit dem Mast. Das variable Gummiteil am Mastfuß nennt man Powerjoint. Der Mastfuß sollte eine stabile, hochwertige Qualität haben und leicht zu bedienen sein. Hier sollte man nicht an Qualität sparen.
  • Finnen
    • Die Finne ist quasi das Führungsinstrument  des Boards, um den Kurs zu halten. Die Wahl der Finne/Finnen orientiert sich am Einsatzgebiet des Boards. Wave-Finnen sind i.d.R. kurz mit einer stärkeren Krümmung, um schnelle, radikale Manöver zu realisieren. Race-Finnen sind lang und für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Grass-Finnen widerum verhindern, dass Algen und Seegrass an der Finne hängen beiben. Für Anfänger empfehlen sich Freeride-Finnen aufgrund des breiten Einsatzes und Zuverlässigkeit.
  • Protektoren
    • Mastprotektor: Zum Schutz des Boards beim Aufprall des Mastes empfehlen sich Mastprotektoren. Es gibt kombinierte Mast-Gabel-Protektoren, diese schützen das Board beim Aufprall gleichzeitig vor dem Mast und dem Frontstück der Gabel.
    • Mastfußprotektor: Damit Ihr Eure Füße schützt, gibt es Protektoren die auf den Mastuß gesteckt werden.

Hier findet Ihr eine Übersicht aller Windsurf-Marken: Marken Windsurfen

Hier findet Ihr Shops, in denen Ihr Euer Material beziehen könnt: Shops

Planet Sports | STREETWEAR.FASHION.SPORTS

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