Kitesurfen

Hier findet Ihr einige erste Einstiegsinformationen zum Thema Kitesurfen. Weitere aktuelle Infos zu Marken, Shops, Profis usw. findet Ihr in den Unterrubriken beim Link Kiteboarding.

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Kiteboarding/ Kitesurfing/ Kitesurfen: eine Fun- bzw. Extremwassersportart, bei der man einen Lenkdrachen (Kite) benutzt, um sich in Verbindung mit einem Kiteboard auf dem Wasser fortzubewegen. Kiteboarding ist schnell zu erlernen, verspricht einen riesigen Funfaktor und Adrenalingarantie.

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In den folgenden Zeilen findet Ihr einige Tipps zum Auf- und Abbau etc. eines Kites. Alle Informationen ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Kitesurfen ist kein ungefährlicher Sport, deswegen wird in dieser Beschreibung besonders auch auf sicherheitsrelevante Aspekte hingewiesen.

Begriffe zum Kiteboarding:

Kite: der Schirm (Bow, Delta, C-Kite usw.)

Board: Der am meisten gefahrene Boardtyp heute ist das sogenannte „Bi-Directional (Bidi) bzw. Twintip Board“. Vorteil ist, dass es in beide Richtungen gefahren werden kann.

Adjuster: schwarze Einstellgurte an den Frontlines (mittig an der Bar) zur Einstellung der Power (Anstellwinkel des Kites). Dient zum Depowern bzw. Anpowern des Kites und ermöglicht die Anpassung der Zugkraft an unterschiedliche Windstärken. Funktioniert meist nach dem „Pull-Pull-Prinzip“.

Quickrelease (Eject): Notsystem zum Auslösen des Kites in Notsituationen (2 Stück)

Safety Leash (Kite): Gummitampen, der Abhauen des Kites verhindert, wenn der Kite sich selbstständig macht

Steuerleinen (Backlines): Leinen, die an den Tips, hinten am Kite befestigt sind (rot und blau), aussen an der Bar

Mittelleinen (Frontlines): Leinen in der Mitte, an denen auch der Adjuster befestigt ist, die an der Kitefront befestigt sind

Bar: Lenkstange (beim Fahren ist die rote Seite immer links), vor- und zurückschieben verändert Power, vorschieben – Kite fliegt vorwärts

Chickenloop: Tampen, der an der Bar bzw. an Frontlines befestigt ist und in den Trapezhaken eingehängt wird

Chickendick: schwarzer kurzer Tampen, der unterhalb des Chickenloops in den Tranpezhaken eingesteckt wird, damit der Chickenloop nicht versehentlich abfällt/rausrutscht

Rückschlagventile: Ventile haben meist Technik, damit Luft beim Aufpumpen nicht entweichen kann

Waageleinen: Leinensystem, an dem die Frontlines befestigt sind. Die Waageleinen müssen immer frei laufen (Rollen) – keine Knoten, keine Verdrehungen!

Kitesurf-Handzeichen/Handzeichen beim Kiteboarding: Die Verständigung mit dem Helfer ist beim Kiten sehr wichtig und läuft aufgrund der Distanz über Handzeichen. Ein gehobener Daumen bedeutet „Ready for take off“ – also: Achtung ich starte bzw. ich bin bereit zum Start. Dieses Zeichen sollte der Helfer auch kurz erwidern, damit beide auf gleichem Stand sind und der Start sicher abläuft. Flache Hand auf den Kopf bedeutet „Ich werde/will landen!“; der Helfer sollte sich auf die Entgegenahme des Kites vorbereiten.

Allgemeine Vorsichtsregeln für Einsteiger:

  1. Achtung bei ablandigem (offshore) Wind (raustreiben aufs Meer) oder bei auflandigem (onshore) Wind (kollisionsgefahr mit Zäunen, Autos, Kühen ;-), Häusern, Dünen etc.) – diese Windrichtungen sind besonders für Anfänger gefährlich.
  2. Zum Starten und Landen mind. 2 Leinenlängen (60m) Abstand zum Ufer bzw. zur nächsten Gefahrenquelle einhalten.
  3. Stark böiger Wind ist sehr anspruchsvoll – optimale Windrichtung: Sideshore (Seitenwind)
  4. Ihr solltet immer einen kompetenten Helfer dabei haben (zum Starten und Landen usw.) – ein Helfer braucht eine gute Einweisung. Wenn der Helfer einen Fehler macht, fliegt Ihr ggf. durch die Gegend oder Euer Kite zerschellt an einer Klippe.

Luv: dem Wind zugewandte Seite (also wenn Ihr mit dem Gesicht zum Wind steht, ist Euer Gesicht in Luv)

Lee: dem Wind abgewandte Seite (Euer Hinterkopf wäre dann in Lee)

Aufbau:

  1. Prüfe den Untergrund – keine Steine, Disteln, Muscheln, scharfe Gegenstände (kann Löcher verursachen).
  2. Wichtiger Sicherheitsaspekt: Prüfe das Quickrelease auf Funktionstüchtigkeit (Auslösemechanismus checken, Sand kann Funktion beeinträchtigen) bevor Du den Kite startest. Wenn dieses Teil im Notfall nicht auslöst, kann es Probleme geben.
  3. Rolle den unaufgepumpten Kite längs in Windrichtung aus (von Luv nach Lee) und beschwere Tip (Tip=Kiteende/Kiterand) auf der Luvseite mit Steinen/Sandsäcken (Kitesack als Schutzunterlage)
  4. Prüfe den Kite (Lines, Rollen, Tubes, Ventile, Risse etc.)
  5. Pumpe als erstes die Quertubes, dann die Fronttube auf:
    1. Zunächst die Pumpe kurz (leer) auspusten, damit kein Sand in Kite kommt.
    2. Ventile beim Aufpumpen gerade halten, damit kein Verschleiss durch Abknicken der Ventile entsteht.
    3. Zunächst Quertubes aufpumpen, dann die Fronttube. Pumpleash an der Fronttube in Pumpe einhängen! (Fronttube anfangs nicht auf 100% – nur solange, bis sich das Ende des Kites (Tip) leicht anhebt, erst nach Drehen des Kites in Windrichtung Fronttube auf 100% bei eingehängter Pump-Leash) – beim One Pump kann der Kite komplett an einem Ventil aufgepumpt werden.
  6. Wenn Kite fertig aufgepumpt ist, folgt der nächste Schritt. Den Kite umdrehen/ausrichten für das Anknüpfen der Bar bzw. der Lines. Die optimale Ausrichtung des Kites zur Bar zum Aufbau ist:
  • Kite mit der Fronttube auf den Boden liegend und nach Luv zeigend hinlegen (beschweren nicht vergessen)
  • die Bar dann nach/in Richtung Lee auslegen/ausrollen
  • Wichtig: die Fronttube liegt auf dem Boden und zeigt in Richtung Luv (mittig zum Wind) „Parkposition“



Tip: viele Beginner pumpen die Tubes nicht stark genug auf. Ausreichend Druck ist wichtig. Beim Pumpen die Pumpe am besten immer mit beiden Händen anfassen, sonst kann sie durch einseitige Betätigung kaputt gehen.

Anknüpfen der Leinen:

Die Waageleinen (die kurzen Leinensysteme am Kite, an denen die Frontlines befestigt werden) so auslegen, dass keine Knoten/Verdrehungen vorhanden sind. Sie müssen einwandfrei funktionieren (Rollen).

      • Beim Aufbau liegt die Bar mit der roten Seite nach RECHTS (ist also umgekehrt zu normalerweise links, weil der Kite auf dem Kopf liegt) – kurz: die Bar liegt falsch herum
      • Nun die Leinen „kämmen“ (zwischen die Finger und entlanggehen) – dabei Zustand der Lines checken (Knoten, Abreibungen)
      • Steuerleinen sind aussen rechts und links (meist rot und blau), Frontlines sind die inneren (weissen) – die Leinen dürfen niemals falsch angeknüpft/verwechselt werden, dann kann der Kite unlenkbar werden.
      • Beim Anknüpfen darauf achten, dass an den gleichen Knoten (am Kite) angeknüpft wird – die Knoten sind zum Einstellen der Power je nach Bft
      • Immer Schlaufe – Knoten, niemals Schlaufe Schlaufe oder Knoten Knoten
      • Trageposition des Kites: Es gibt nur 1 effektive und sichere Möglichkeit, einen Kite zu tragen:
          1. In der Mitte an der Fronttube anfassen
          2. Kite ist auf dem Kopf, also die Ohren (Tips) zeigen nach oben zum Himmel
          3. Fronttube in Richtung Luv (gegen den Wind gehen)
          4. Wichtig ist es besonders auch für den Helfer, zu wissen wie man einen Kite trägt bzw. im Wind stabil hält

        Tips:

        Farben etc. der Leinen und Bar können sich ggf. von Hersteller zu Hersteller wesentlich unterscheiden, daher immer genau aufpassen, wenn es um Farben geht und die Aufbautipps der Hersteller beachten. Beim Parken des Kites am Beach, den Kite immer beschweren, am besten mit Kite-Sack als Schutz-Unterlage mit Steinen drauf oder mit mitgebrachten Sandsäcken – längeres Flattern des Kites besser vermeiden, hierdurch können die Kanten verschleissen. Viele benutzen das Board als Beschwerer.

        Starten:

            1. Die Safety-Leash wird immer angelegt, bevor man die Bar in die Hand nimmt.
            2. Am besten den Adjuster depowern, damit der Kite nicht zuviel Power hat beim Starten.
            3. Startvorgang:
              1. Chickenloop und Chickendick einhängen
              2. Kite mit Helfer am Windfensterrand platzieren (Handzeichen/Zeichensprache nicht vergessen)
                1. Wenn Kite im Wind flattert, muss Pilot weiter nach Luv gehen (mehr Druck im Kite)
                2. Wenn Kite Helfer umwerfen will, muss Pilot mehr nach Lee gehen (weniger Druck)
                3. Kite LANGSAM (treppenstufenartig/leichte Lenkimpulse) am Windfensterrand steigen lassen bis in den Zenit
                4. Power am Adjuster einstellen (zum Kitestart sollte Adjuster immer durchgezogen (depower) sein)
                5. Startposition zum Fahren (für Beginner):
                  1. Kite im Zenit („Ausgangsposition“)
                  2. vor dem Board Knie einknicken und ins Wasser setzen
                  3. Füsse in die Schlaufen
                  4. Board ausrichten
                  5. mit Kite schwungvoll in die Powerzone fliegen, dann ggf. Sinuskurven bzw. den Kite in Fahrtrichtung stellen
                  6. ACTION – der Geschwindigkeitsrekord liegt bei 102 km/h 😉


        Funktion der Bar:
      • Bar weg vom Körper: 1. Kite fliegt vorwärts (z.B. wenn der Kite rückwarts in die Powerzone tendiert (Backstall)) 2. Weniger Power im Kite
      • Bar zum Körper: mehr Power

    Weitere Tips:

    Durch Kurvenfliegen (Sinuskurven) wird der Kite schneller und entwickelt Power. Geflogen wird normalerweise hauptsächlich in der Softzone, Start und Landung am Windfensterrand. Wichtig: beim Sprung – wenn ein Fuß aus Schlaufe rutscht, Board besser abwerfen, sonst Gefahr von Gelenkverletzungen bei Landung durch Hebelwirkung des Boards im Wasser.

    Abbau:

        1. Beim Verlassen des Wassers immer Chickenloop aushaken, aber die Safetyleash dran lassen
        2. Safety-Leash sollte immer eingehängt sein, solange Kite und Bar verbunden sind. (Damit Kite nicht wegfliegen kann, z.B. wenn Helfer ausrutscht)
        3. Beim Abbau: beim Aufwickeln der Lines voll Depowern (damit Lines auf gleicher Höhe sind und nicht unterschiedlich lang aufgewickelt werden)
        4. Wenn Kite nass eingepackt wird, Quertubes besser nicht entlüften und Kitesack vergrößern, so trocknet der Kite besser.
        5. Sand aus den Ritzen usw. entfernen, Ventile offen lassen, damit sie nicht ausleiern
        6. ACHTUNG!! Da das Deflater-Ventil (oft) in der Mitte des Kites sitzt, muss der Kite von beiden Seiten zur Mitte hin eingerollt werden (ausser bei Kites, die das Deflater-Ventil an einem Tip haben).
        7. Kite immer trocknen lassen und bei Salzwasser am besten vorher mit Süsswasser abspülen

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