Interview mit Patrik Diethelm – Patrik Diethelm Boards

Patrik Diethelm begann 1985 mit dem schönsten Sport der Welt und blickt auf eine sehr erfolgreiche Windsurfkarriere zurück. Der Schweizer startete 1996 seine professionelle Laufbahn und arbeitete über 10 Jahre für legendäre Windsurfmarken wie F2 und Arrows.

Neben dem sportlichen Talent, ist Patrik Profi in Sachen Windsurfboard-Fertigung und nutzt seine Erfahrung und sein Wissen seit vielen Jahren als professioneller Board-Shaper. Er bestritt eine Vielzahl seiner Profi-Wettkämpfe auf seinen eigenen Boards und holte Titel wie den Vize-Weltmeister im Speed Weltcup. Darüber hinaus hält er den Geschwindigkeits-Weltrekord auf Serienbrettern. Zusammen mit Profisurferin Karin Jaggi – neben vielen anderen Titeln auch die PWA Slalom Weltmeisterin in 2010, produziert Patrik unter seiner eigenen Marke „Patrik Diethelm“ innovative Windsurfbretter für alle Einsatzbereiche. In unserem Interview verrät uns Patrik interessante News über seine Surfmarke und sein Leben. Viel Spaß beim Lesen.

Hallo Patrik,

hier unsere Fragen zu Dir und Deiner jungen Windsurfmarke Patrik Diethelm Boards:

Du warst viele Jahre Profisurfer und hast bei großen Windsurfherstellern erfolgreich als Brettshaper gearbeitet. Was hat Dich dazu motiviert, zusammen mit Karin eine eigene Brettmarke zu gründen?

Eigentlich plante ich nie, eine eigene Marke zu haben, aber Zeiten ändern sich und die damalige Situation mit F2 hat es soweit gebracht. Als F2 verkauft wurde hatte der neue Besitzer andere Ideen und Interessen mit der Zukunft der Marke und unsere Meinungen waren so sehr verschieden, dass sich unsere Weg getrennt haben. Nach der Trennung hatte ich die Wahl, wieder in meinem Beruf als Elektromechaniker zu arbeiten oder mein Talent als Designer/Shaper weiter zu nutzen. Viele Freunde und Bekannte haben mich unterstützt und meine Entscheidung erleichtert. Da unsere Kunden mit den Produkten höchst zufrieden sind, scheint die Entscheidung doch die richtige gewesen zu sein.

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum Start Eurer eigenen Surfmarke und welche Herausforderungen gab es für Euch?

Da wir seit so vielen Jahren diesen Sport miterlebten und alle Stadien vom Endverbraucher, über Profi bis zum Hersteller und Verkauf alles kennen, ging es sehr schnell. Nach dem Entschluss, eine eigene Marke aufzubauen, dauerte es ca. 2-3 Monate bis wir die ersten Serienbretter hatten. Die Herausforderung jetzt ist vor allem, dem Endverbrauchern zu zeigen, dass wir nicht einfach nur eine weitere Marke sind. Wir versuchen nicht mit erfundenen Marketingtexten jedes Jahr neu verkleidete Produkte auf dem Markt zu verschleudern, sondern wir wollen, dass der Kunde uns vertraut und weiß was in unseren Brettern und in unserer Beratung steckt. Wir denken, dass auf Dauer die Wahrheit und Glaubwürdigkeit am längsten währt. Wir sind eine individuelle Marke die Arbeit, Sport und Spiel verbindet und wie unsere Kunden auf gutem Material einfach eine spaßige Zeit verbringen wollen.

Welche Firmenphilosophie steht hinter der Marke „Patrik Diethelm“?

Unsere Philosophie ist eben nicht, zu sehr dem Ertrag, sondern mehr dem Spaß nach zu gehen und ein gutes Produkt zu offerieren. Unser Slogan ist „Patrik – dedication and performance“. „Dedication“ (Hingabe/Begeisterung), kommt ganz einfach daher, weil es uns immer um die schöne Zeit auf dem Wasser ging und wir aber dafür viel Herzblut opfern mussten. „Performance“ (Leistung), ist die technische und wettkämpferische Seite, die sich über die Jahre mit Resultaten bewiesen hat.

Wie siehst Du den Windsurfmarkt allgemein und was denkst Du, sind die aktuellen und werden die Zukunftstrends im Windsurfen sein?

Windsurfen ist sicher nicht mehr der Markt, um das große Geld zu verdienen und ich denke, dass die Zukunft wieder die kleineren Marken aufblühen lässt, mit denen der Kunde ein persönliches Verhältnis hat. Es ist und bleibt ein Randsport und wir sollten eigentlich glücklich darüber sein, dass nicht jeder diesen Sport ausübt, sonst würden wir nicht erkennen, wie gut es uns geht! Der Trend geht in die Spezialisten-Sparte, wo Windsurfen nicht wie früher der allgemein Sport war, sondern es dividiert sich immer mehr in die verschiedenen Disziplinen. Freestyle, Wave, Speed und Soul-Windsurfer sind die Sparten, in denen sich die individuellen Personen identifizieren. Die Ausrüstung folgt natürlich dem Trend und es gibt mittlerweile für jeden das richtige Brett. Die nächste Generation Kids zeigt, wie viel noch in dem Sport liegt. Im Freestyle verdrehen sich die Kids mit den verrücktesten Manövern, in den Wellen vergnügt sich die Jugend auf über 20m hohen Monster Wellen und über 20m hoch in der Luft und Geschwindigkeitsrekorde über 50 Knoten werden weltweit mit GPS Geräten gejagt. Diese extremen Sparten fördern die Entwicklung, welche sich ebenfalls auf das Material für den Soul-Windsurfer überträgt.

Welche Eurer Bretter sind die erfolgreichsten und worauf legt Ihr besonderen Fokus bei der Produktion?

Unsere Bretter werden alle auf ihren individuellen Gebrauch getestet und gebaut. Wir haben keine verschiedenen Bauweisen, sondern offerieren nur das Beste vom Besten. Unsere Kunden sind die, welche wissen wer wir sind und was wir offerieren. Ein unzufriedener Kunde ist für uns eine Herausforderung und es wird bis zur Zufriedenheit daran gearbeitet. Wir haben keine speziellen Verkaufsrenner und können sagen, dass alle unsere Bretter sehr gut ankommen. Im Formula und Slalom Bereich ist es mittlerweile soweit, dass viele Wettkampffahrer sich dafür entscheiden, sich einfach das beste auf dem Markt zu kaufen und da sind wir als Produktziel ganz vorne an der Spitze. Bei den Wellenbrettern haben wir mit dem Trailer Wave ein Multi-Finnen Konzept entwickelt, welches nach Kundenmeinung alle anderen Einzel- und Multi-Finnen Bretter übertrumpft. Es gibt keine Bedingungen, für die man das Brett/Finnen nicht auf eine einfache Art und Weise einstellen kann und man hat garantiert immer das richtige Brett unter den Füssen. Wer es nicht ausprobiert hat, vermisst wirklich eine gute Erfahrung für seine zukünftigen Entscheidungen! Bei den Freestylern liegt unser Brett ganz hoch im Kurs und ist im ersten Jahr schon zur Legende als bester Nachfolger vom „Chilli-Shape“ geworden. Unser Freestyle-Wave ist auch der pure Allrounder und Freizeitsurfer freuen sich über den guten Shape in Verbindung mit der besten Konstruktion.

Gibt es Pros, die auf Euren Boards bei Wettkämpfen antreten?

Leider sind wir noch nicht so groß, dass wir es schaffen, Topfahrer zu sponsern und es bleibt bei Karin und mir. Wenn jemand Unterstützung braucht, offerieren wir aber die uns möglichen niedrigsten Konditionen. Viele Fahrer kontaktieren uns und nutzen die Möglichkeit, um mit bester Ausrüstung gute Platzierungen zu erklimmen, um später einen finanzkräftigeren Sponsor zu finden – ein Spiel der Ironie wenn sie danach bei uns wieder anklopfen… (-:!!

Ihr fertigt auch Custombretter nach individuellen Kundenwünschen an. In welchem Umfang kann der Kunde sein Brett individualisieren und was kostet so eine Einzelanfertigung ungefähr?

Grundsätzlich kann man bestellen was man will, Shape, Konstruktion, Grafik, etc., und wenn es der Kunde wünscht, mache ich das Brett auch auf seine gewünschten Millimeter. Ich versuche aber, in einem Gespräch herauszufinden, was der Kunde wirklich braucht und meistens resultiert das Ergebnis im wirklich passenden Brett. Der Preis ist 1999.-€ was eigentlich sehr nahe beim Preis von einem Serienbrett liegt. Der Grund ist erstens, dass unsere Serienbretter auf dem höchsten Niveau sind, was die Konstruktion angeht und der Unterschied zu einem Custom von mir ausschliesslich im Shape liegt. Zweitens finde ich es schade, dass auf dem Markt nur Bretter für Durchschnitts-Leute offeriert werden und jeder Kunde mit extremen Körperbau und/oder Fahrstil hat nur den Ausweg zu einem teuren Custom. Wir möchten, dass jedermann Spaß auf dem Wasser hat und versuchen aus diesem Grund erstens sehr gut zu beraten und zweitens, wenn es doch zu einem Custom kommt, den Preis noch erschwinglich zu halten.

Was sind Eure Ziele für die nächsten Jahre?

Was die Marke angeht, möchten wir dass jeder Endverbraucher merkt, wie gut unsere Produkte sind und dass wir die beste Beratung auf dem Markt anbieten. Karin und ich sind jederzeit persönlich für Fragen erreichbar und auf der Webseite ist unsere Kontaktadresse. Auf der Webseite kann man unter „Brand“ bei den „Values“ auch unsere wahren Werte nachlesen.

Welche Surfreviere gehören zu Deinen Lieblingsspots in der Welt?

Es gibt viele Reviere, welche mit gefallen und es gibt zwei Länder, die mir allgemein für den Sport sehr viel bieten und mich hin und her reißen. Zum einen die kleine Schweiz mit den Bergen und dem Schnee zum Mountainbiken, Klettern, Snowboarden, Skifahren, etc., und Australien mit dem ewig weiten Land mit Strand, Wind und Wellen, um sich auf dem Wasser auszutoben.

Mal ehrlich… würdest Du noch mal in der Profiliga antreten? Vielleicht auch als Kiter?

Ich war schon immer ehrgeizig und brauche das Wettkampffieber. Ich habe in vielen Sportarten Wettkämpfe bestritten, aber Windsurfen ist der Sport, der mir am besten liegt und den ich jeden Tag leben und mit der Arbeit verbinden kann. Es kommt nicht drauf an welcher Sport, Hauptsache man liebt ihn!

Wie lautet Deine persönliche Lebensphilosophie, was ist für Dich besonders wichtig im Leben?

Eindeutig sollte man keinen Tag bereuen und immer das beste draus machen. Arbeit, Geld, Ruhm, etc., ist schön und gut, aber wenn es keinen Spaß macht, ist es nicht das Richtige. Klar kann man nicht jeden Tag das machen was man will, aber mindestens 2-3 mal die Woche sollte man schon merken wie schön es ist.

Kaufen könnt Ihr die Boards von Patrik z.B. bei BoardCenter.com

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